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Susanna Ridler studierte Schauspiel in Wien, Musik und Gesang in Maastricht, Amsterdam & Los Angeles. Computer und elektronische Klangerzeuger gehörten früh zu Ridlers musikalischem Instrumentarium. „Schnurstracks ins Reich der Geniestreiche!“ rezensiert das Rolling Stone Magazin über die CD „Susystems“ ihres Jazz/Elektronik-Projekts [koe:r], einem kunstfertigen Mix aus akustischer & digitaler Soundästhetik, bei dem u.a. Kontrabassist Peter Herbert und Saxofonist Wolfgang Puschnig mitgewirkt haben.
Ob ihre Kammermusik für das ensemble des XXI. jahrhunderts oder die mit einem computergenerierten „Pocket Orchestra“ umgesetzten Vertonungen von Texten des Dichters Gert Jonke: Tradition & Moderne treffen bei Ridler aufeinander, verschmelzen zu einem individuellen Kunstmix, der sich in ungewöhnlichen Klanglandschaften entfaltet.
Bei allem Einsatz elektronisch bearbeiteter Soundmikrokosmen und artifizieller Strukturen bleibt natürlich immer auch die Unmittelbarkeit einer authentischen Emotion Ridlers Anliegen: „Ich strebe stets danach, mit meiner musikalischen Sprache den emotionalen Kern eines Textes, eines Films oder einer Theaterszene zu erhellen. Dafür setze ich mir keinerlei Grenzen. Jedes musikalische Mittel- von Sound, Noise, bis hin zu einer substanzvollen und doch zugänglichen Melodie – ist erlaubt, um den Inhalt zu transportieren.“
Als Vokalistin und Liveperformerin versucht Ridler auch avancierte Vokaltechniken zu integrieren, die mitunter durch Einsatz technischen Equipments erweitert werden. „Emotion, Ausdruck und Inhalt sind mir wesentlich.“ Ihre langjährige musikalische Auseinandersetzung mit dem literarischen Werk des Dichters Gert Jonke „hat mich in meiner gesamten künstlerischen Arbeit enorm bereichert – und mir neue Wege eröffnet, »Sprache« als musikalisches und vokales Ausdrucksmaterial einzusetzen.
Ridler schreibt Musik für Film, Theater und Hörspiel sowie Vokal- und Kammermusik. Auf ihrem Label „Electroland Records Vienna“ veröffentlichte sie seit 2008 vier Tonträger: [koe:r] (2008), Tachycardia Remix EP (2009), [koe:r] „Susystems“ (2012) sowie 2020/21 die umfangreiche Literaturvertonung „Geometrie der Seele – musikalische Hommage an den österreichischen Dichter Gert Jonke“, die 2021 für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert war.
Nach einer Überarbeitung erscheint dieses Werk nun erstmals digital in einer neuen, dreiteiligen Edition. Sie umfasst die Kammermusikkomposition „Chlorophyllklang“, die Tondichtung „Der Sprachkomponist“ sowie die dreisätzige Sonate „Radio Jonke“, die am 8. Februar 2026 erscheint – an jenem Tag, an dem Gert Jonke seinen 80. Geburtstag gefeiert hätte.
2025 entstand im Rahmen eines Auftragswerks für das Festival Retz die umfassende Vertonung des Antiheimatromans Fretten von Helena Adler und führte Ridler auf der Suche nach einer neuen Klangsprache zur Zusammenstellung des Ensembles VoCe Plus – mit den drei grossartigen Instrumentalistinnen Asja Valcic, Cello – Lena Fankhauser, Bratsche & Sophie Hassfurther Klarinette, Tenorsaxophon, Flöte. Ausserdem schrieb Ridler 2025 Filmmusik zum Dokumentarfilm "sich langsam nähern" von Regisseurin Maria Arlamovsky.
„Bereits in meinen frühen Arbeiten im Rahmen des Projekts [koe:r] faszinierten mich technische Möglichkeiten der Soundproduktion, die ich experimentierend in meine Arbeit zu integrieren versuchte – beim Komponieren, in der Live Umsetzung, als auch in der Musikproduktion“, sagt Ridler.
„So konnte ich durch jahrelanges Experimentieren eine digitale Arbeitsmethode entwickeln, die mir ermöglicht, – im Studio oder live aufgenommenes Audiomaterial – so zu bearbeiten, um das erwünschte Klangbild zu erzeugen. Der Mix aus akustischen und elektronischen Soundebenen ist sicher ein charakteristisches Element meiner Musik. Improvisation – dieser spontane, emotionale Ausdruck, das magische Entstehenlassen frei improvisierter Klangräume – ist ein weiteres wichtiges Element, es ist mein Jazzbezug.
Als weiteres Element kommt das Komponieren für „traditionelle Instrumente und Chor hinzu“, so Ridler. Musik für Film, Theater, Hörspiel, Vokal und Kammermusik? Es wirkt wie ein pas de deux zwischen Wort, Ton und Sound, Tradition und Gegenwart, ausgelebt zwischen Bühne, Studio, und Kinosaal.


